
Gutmenschenlogik: Pinochet hätte in jedem Land verfolgt werden müssen, weil er Menschenrechte verletzt habe. Castro schickt man Genesungsgrüße, obwohl er Menschenrechte verletzt.
Spanien zeigt mit einer aktuellen Parlamentsentscheidung: Es muss nicht immer missioniert werden. Nach einer Parlamentsentscheidung darf die Justiz des Landes künftig Menschenrechtsverletzungen sowie Völkermord im Ausland nur noch in Ausnahmefällen verfolgen. Damit sind spanische Richter für Menschenrechtsverletzungen nur dann zuständig, wenn sie Spanier betreffen.
Eine befreiende Entscheidung, die wir in Deutschland auch bräuchten. Hier regiert nämlich eine Kanzlerin, die früher den sowjetischen Herren diente und nun der Wallstreet und ihren nachgelagerten Politschaltstellen. Die fühlen sich bekanntlich für alle Menschenrechtsverletzungen verantwortlich, außer den eigenen.
Es fragt sich schließlich auch immer, welche Wertordnung und Wertmaßstäbe da gelten sollen. Soll der Iran als Gottesstaat zukünftig nach Europa Truppen entsenden, weil hier Kinder im Mutterleib getötet werden und Völkermord nach islamischen Vorstellungen zu ahnden ist? Oder beschwert sich Libyen, weil nach dortigen Vorstellungen mit Parteien keine demokratische Mitbestimmung zu machen sei?
Wir kämen ein ganzes Stück weiter, wenn die Nationen erstmal vor der eigenen Haustüre kehren würden. Möchte man Gewaltherrscher und Potentaten einkerkern, die die Menschenrechte verletzen, dann würde die israelische Regierung zusammen mit Herrn Obama und dem chinesischen ZK auf der Anklagebank sitzen. Und auch in Europa, wo rechte Opposition massiv kriminalisiert und bekämpft wird, sollte man sich nicht so weit wegschmeißen.
Was in Spanien jetzt mit breiter Mehrheit beschlossen worden ist, ist Teil rechter Zielvorstellungen – die Souveränität der Völker ist zu achten.
Das US-amerikanische Einmischungsprinzip schafft keine friedliche Weltordnung.
Die deutsche Rechte fordert deshalb mit Verweis auf Spanien eine Nichteinmischung auch für Deutschland.
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#1 by Axel Kresser at 29. Juni 2009
Augusto Pinochet machte sich verdient im Auftrag der C I A und des ITT- Konzerns gegen Chile. Der sozialistische Präsident, Salvador Allende, stand davor, seine Position massiv durch die bevorstehende Präsidentschafts-und Parlamentswahl im Herbst 1973; und die “Volkseinheits” – Regierung zu verstärken. Chile war dabei, eine Art kubanischen oder venezuelanischen Weg zu gehen und sich damit dem Herrschaftsanspruch der USA endgültig zu entziehen.
Das von Augosto Pinochet geführte Militär putschte blutig für die US-amerianischen Interessen in Chile.
Was diesem später kurz vor seinem Lebensende als sehr kranker Mann widerfuhr, war eklig; aber für alle Nachahmer eine Warnung! General Augusto Pinochet widerführ sozusagen der Judaslohn für einen blutigen Putsch gegen sein Land im Interesse einer fremden Macht. Wie heißt ein französisches Sprichwort: “Frankreich liebt den Verrat, aber nicht den Verräter.” Die USA hat ihn benutzt und widerwärtig ausgespuckt. Dieses Schicksal droht auch jenen Iranen, welche sich verräterisch als Speerspitze von ausländischen Mächten missbrauchen lassen, gegen ihr eigenes, unabhängiges Land und Volk!
#2 by RG at 29. Juni 2009
Hallo!
Ich bin Chilene, ich lebte nicht diese Zeit, aber für meine Familie war besser Pinochet Regierung als Allende-Regierung, weil mit Pinochet das Land tah Sachen gehabt, aber mit Allende wir haben zu viele Geld aber im Land war nichts zu kaufen. Mit Allende die Landwirtschaften hatten viele Probleme zu produzieren und keine Sicherheit im Land, wie jetzt in Südafrika. Aber ich weiss, daß die Regierung von General Pinochet war keine “Super-Regierung” und war wie “Franco” in Spanien, nur militären und nicht anderen.
Allende und Pinochet waren keine Hilfe für Chile, nur am 11. September wir hatten einen guten Tag, aber vor und nach diesem Tag nicht.
#3 by loyalbushie at 30. Juni 2009
Dass Pinochet den Kommunismus verhindert hat, war schon ok. Aber ansonsten finde ich diese Linie der Wertfreiheit und Nichtdiskriminierung, die hier im Artikel angeschlagen wird, in keiner Weise nachvollziehbar.
Für mich ist es ein Unterschied, ob zB Israel Terroristen gezielt töten lässt, um das eigene Volk vor Selbstmordattentätern in Schulbussen zu schützen oder ob zB der weise Führer Genosse Kim Christen verfolgen lässt, weil sie die Segnungen seiner großartigen Politik nicht ausreichend schätzen.
Und der einfache Mann von der Straße im Irak weiß es durchaus zu schätzen, was es bedeutet, seit 2003 in einem freien Land zu leben.
Einmal mehr sei auf den Inhalt des brillanten Vortrages von Evan Sayet hingewiesen, der zeigt, wie sehr sich die DVU mit Auffassungen wie den im Artikel vertretenen das Geschäft der Linken und der Gesellschaftsveränderer betreibt: http://www.gegenstimme.net/2009/06/26/evan-sayet-wie-moderne-liberale-denken/
Mit Konservatismus hat so etwas nichts zu tun…
#4 by Haferschleimsuppe at 30. Juni 2009
Was “loyalbushie” Konservatismus nennt, läuft auf Feudalismus hinaus. Ich fürchte, wir werden es noch alle sehen. Die geistig-geistliche Dimension, die er dem hinzufügt, ist Pharisäertum ins Christliche übersetzt, nichts anderes. Alle nötigen Antworten dazu finden sich im Neuen Testament. (Das richtet sich nicht gegen die Christen in NK – die sind “arme Schweine”, sondern gegen ihre falschen Brüder im Westen, die man zutreffender als christliche Pharisäer ansieht.)
Exkurs Ende:
Pinochet hat nach meinen Informationen das Land an den US-basierten Kapitalismus verkauft. Er ist genau ein Vorläufer der Privatisierungspolitik, die uns heute kaputt macht. (nur als Bsp.: Rente über die Börse, die große Enteignungswelle läuft gerade erst an)
Wenn RG das anders erlebt hat, glaube ich ihm. Aber ich rate ihm zu bedenken, daß genau diese negative Erfahrungen mit der Allende-Regierung zu erzeugen, Teil der Destabilisierungsstrategie von CIA und Lokaloligarchie war. Nicht von ungefähr wurde Pinochet auch bis zuletzt von Thatcher und der “rechtskonservativen” internationalistischen Elite die Stange gehalten. Nun ist aber die “Thatcher-Revolution” endgültig entgleist, und es wäre geradezu ein Treppenwitz der Geschichte, wenn ein informierte nationale Partei noch zum Gongschlag der Geschichte auf diesen Zug aufspringen wollte. Blinde sollten nicht Lahme kutschieren.
Dem sehr treffenden Kommentar von Axel Kresser schließe ich mich mit Dank an. Auch die Hauptaussage des Artikels findet meine volle Zustimmung. Gutmenschliche Weltverbesserei ohne moralisches Rückgrat. Ein politisches Dilemma, und damit einen Gewissenskonflikt, auch bei Pinochet persönlich, gab es halt nun mal wirklich, aber das spielt bei Siegerjustiz nie eine Rolle. Heuchelei eben, wie fast alles. Pfui Teufel.
#5 by marks at 30. Juni 2009
@#3 :
Weil Irak ja nun die Freiheit von usrael hat natürlich auch somit die Religionsfreiheit müssen die BRD-GmbH Knechte ja auch tausende von Christen ,die unter saddam friedlich dort gelebt haben ,aufnehmen und vor anderen gruppen retten!!!!
A.M.
Wolfsburg.
#6 by Video 2000 at 30. Juni 2009
Ich kann Axel Kresser nur zustimmen.
Der südamerikanische Sozialismus war schon immer etwas nationaler ausgerichtet als der (ost)europäische Kommunismus/Sozialismus.
Pinochet war eine Marionette der US Geheimdienste, der eine liberalkapitalistische Militärdiktatur installierte. Mit fatalen Folgen für die breite Masse der Bevölkerung. Sicher, einer kleinen Schicht von 10%, den Günstlingen des Systems, denen ging es blendend. Weitere vielleicht 20% profitierten vom Schockkapitalismus der “Chicago Boys. Der Rest verarmte, trotz der Steigerungsraten im BSP, von denen eben nur eine Minderheit profitierte. Nach Antritt Pinochets wurden Sozialleistungen drastisch gekürzt, was zu einer Steigerung der Obdachlosigkeit führte. Franco ist mir zwar auch nicht sonderlich sympathisch, aber er hat die Sozialleistungen nicht runtergefahren, ganz im Gegenteil diese noch ausgebaut. Pinochets Chile scheint mir in etwa so “national” zu sein, wie andere südamerikanische Militärdiktaturen, die die US Regierungen nicht ohne Grund als ihren Hinterhof bezeichneten. Bis auf vielleicht noch Paraguay, haben doch diese Regierungen glänzend mit den US Geheimdiensten zusammengearbeitet. Weltbank und IWF haben diese Länder ganz besonders gelobt, weil sie deren neo-liberale Richtlinien knallhart umsetzten, gegen die eigene Bevölkerung.